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Vier Zehntklässlerinnen holen den 3. Platz beim Europäischen Wettbewerb – mit einem Kurzfilm, der unter die Haut geht

Unsere Schule hat wieder Grund zum Feiern: Hannah Weber, Lara Kropeit, Nadia Polakowska und Anastasia Kirsten haben unter der Anleitung ihrer Französischlehrerin Frau Kroik beim 73. Europäischen Wettbewerb auf NRW‑Ebene den 3. Platz erreicht. Ihr Beitrag zum Thema „Recht, Respekt – Realität?“ überzeugte die Jury in der Kategorie „Klare Stimme – offenes Ohr“. Und genau das war ihr Ziel: eine klare Stimme für Kinder und Jugendliche, deren Erfahrungen oft überhört werden. Die Jury lobte besonders die klare Botschaft, die sprachliche Qualität und die kreative Umsetzung.  

Der Europäische Wettbewerb ist nicht einfach ein Kreativwettbewerb – er ist ein Stück gelebte Europabildung. Er fordert junge Menschen dazu auf, sich mit Demokratie, Menschenrechten und Vielfalt auseinanderzusetzen.  

Kunst, Musik und Sprache werden hier zu Werkzeugen, die Brücken bauen: zwischen Kulturen, zwischen Meinungen, zwischen Lebenswelten.

Inspiration aus Frankreich: Kaoutar Harchi

Um andere Menschen auf das Problem der Diskriminierung in europäischen Schulen aufmerksam zu machen, ließen sich die Schülerinnen von der autobiografischen Erzählung „Comme nous existons“ der französischen Soziologin und Autorin Kaoutar Harchi inspirieren. Ihre Erzählungen sind direkt, ehrlich und emotional – und genau das hat die Jugendlichen gepackt.

„Harchi kritisiert Ungerechtigkeiten und zeigt, wie bedeutsam Vielfalt und Respekt sind. Von Kaoutar Harchi konnten wir lernen, dass es wichtig ist, Probleme offen anzusprechen und nicht einfach wegzusehen.

Vom Lesen zum eigenen Film: ein kreativer Prozess

In einem Biopic-Trailer sieht man viele wichtige Lebensmomente, Gefühle und Erfahrungen einer Person, wodurch die Zuschauer sich hineinfühlen und die Perspektive der Kinder mit Migrationshintergrund besser verstehen können.

Für die Animation haben wir die Stop-Motion-Filmtechnik mit Legofiguren benutzt, weil der Kurzfilm sich vor allem an die Kinder und Jugendliche in Frankreich, Deutschland bzw. Europa richtet und die Handlung in der Schule spielt.

Ein Film, der bewegt

Wir zeigen in unserem Kurzfilm die Vergangenheit und Gegenwart von Kaoutar Harchi. Es wird eine Situation aus ihrer Schulzeit dargestellt, in der sie von der Lehrerin unsensibel und diskriminierend behandelt wird. Dabei haben wir besondere Kameraeinstellungen und Geräusche gewählt, um die Zuschauer nah an das Geschehen und die Gefühle von Kaoutar zu bringen. Die dargestellte Situation, in der sich Kaoutar als Achtklässlerin befindet, ist für sie sehr unangenehm. Kaoutar ist nervös, man kann ihren Herzschlag hören, die Sicht auf die Klasse ist verschwommen, die Kamera zittert. Anschließend hören die Zuschauer Kaoutars Gedanken, um ihre Gefühle nachvollziehen zu können.

Am Ende des Kurzfilms erklärt Kaoutar mit einer sicheren Stimme, was man gegen Rassismus und Diskriminierung an Schulen tun sollte.

Eine klare Botschaft für Europa

Unsere Botschaft ist, dass alle Menschen Gerechtigkeit und Gleichberechtigung verdienen. Am Beispiel von Kaoutar Harchi zeigen wir, dass Diskriminierung und Rassismus in Europa weiterhin vorkommen und der Kampf gegen Diskriminierung ein fortlaufender Prozess ist. Zudem wollen wir deutlich machen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene positive Veränderungen bewirken können, wenn sie passende Schritte unternehmen, etwa rassistische Vorfälle bewusst erkennen, benennen und darüber andere Menschen aufklären.

Durch das Projekt wurde uns bewusst, dass Menschenrechte auch hier in der Schule unseren Alltag betreffen. Die Themen wie Respekt, Ausgrenzung und Gleichberechtigung sind Teil unseres Alltags. Somit haben wir gelernt, dass wir nicht wegsehen sollten, sondern stets aktiv sein müssen, damit Freiheit und Gleichheit durchgesetzt beziehungsweise weiterhin bewahrt werden.“

Hannah Weber, Lara Kropeit, Anastasia Kirsten, Nadia Polakowska und Elena Kroik